Klassifizierung wissenschaftlicher Tweets (KlawiT)

Projektbeschreibung

Soziale Medien werden mittlerweile sehr häufig in der Wissenschaft eingesetzt, um aktuelle Ergebnisse zu kommunizieren oder auch zu diskutieren. Allerdings besteht teilweise noch immer die Befürchtung, dass Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, welche soziale Medien aktiv für ihre Arbeit nutzen, als unprofessionell angesehen werden. Trotzdem twittern viele Forschende und es existieren im Internet Listen, auf denen diese Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verzeichnet sind. Eine aktuelle Studie zeigt hierbei, dass Forschende aus den Sozial- und Informationswissenschaften überrepräsentiert sind. Die Inhalte der Tweets sind meistens persönlicher Natur, wie zum Beispiel Äußerungen zu aktuellen politischen Geschehnissen oder Nachrichten. Hingegen wird in der bisherigen Onlineforschung der Aspekt vernachlässigt, ob stattdessen die übrigen Tweets, welche keine privaten Inhalte zum Gegenstand haben, wissenschaftlich gehaltvoll sind. Konsequent weitergedacht kommt man hier zu der innovativen Frage, wann ein Tweet wissenschaftlicher Natur ist oder wenigstens einen wissenschaftlichen Kontext hat. Dies führt damit zur Fragestellung, die im Rahmen dieses Vorhabens bearbeitet werden soll: Wann ist ein Tweet wissenschaftlich?

Als Datenbasis sollen unter anderem heterogene Tweetsammlungen untersucht werden. Zur Erstellung der Tweetsammlung werden einschlägige medizinische Fachbezeichnungen als Suchworte verwendet. Themenfelder der Medizin erscheinen in diesem Vorhaben als gut geeignet, da diese sowohl von Forschenden, aber auch von Patienten, interessierten Laien, Politikern etc. aufgegriffen werden, sodass ein heterogener Datenpool zu erwarten ist, anhand dessen sich konkrete Unterschiede zwischen Wissenschaftlichkeit und Nicht-Wissenschaftlichkeit herausarbeiten lassen. Die Eigenschaften von wissenschaftlichen Tweets in diesen Sammlungen sollen sowohl explorativ, als auch im späteren Forschungsstadium konfirmatorisch durch Nutzerbeurteilungen evaluiert werden. Auf Basis dieser Evaluationen soll dann am Ende ein Klassifikationsframework begründet werden, welches einen wissenschaftlichen Tweet charakterisieren kann.

Als Nebenprodukte dieses Forschungsvorhabens erhalten wir zusätzlich Hinweise auf eine mögliche Klassifikation von twitternden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie Guidelines für die Erstellung wissenschaftlicher Tweets. Solche Guidelines existieren zwar bereits, diese beziehen sich aber eher auf die Nutzung von Twitter als Medium in bestimmten Domänen und betrachten weniger die Wissenschaftlichkeit von Tweets. Im Rahmen dieses Projekts sollen somit Handreichungen erarbeitet werden, die sich stärker auf den Aspekt der Wissenschaftlichkeit konzentrieren. Außerdem wird bisher meistens der Fokus auf die twitternde Person und nicht auf den eigentlichen Inhalt des Tweets als Klassifikationsgegenstand gelegt. Es ist daher naheliegend, durch das Forschungsvorhaben die vorhandene Forschung und Literatur, um Inhaltsaspekte von wissenschaftlichen Tweets zu erweitern.

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