Ziele und Aufgaben

Der transdisziplinäre Leibniz-Forschungsverbund Science 2.0 beschäftigt sich mit den Auswirkungen von Science 2.0 auf Wissenschaft und Gesellschaft. Ziel ist die Erschließung von neuen Forschungs- und Entwicklungsfeldern, die sich durch den Einsatz neuartiger, partizipativer und kollaborativer Technologien des Internets in allen Phasen der Forschungs- und Publikationsprozesse eröffnen. Im Mittelpunkt stehen dabei die Forschungsschwerpunkte „Neue Arbeitsgewohnheiten“, „Technologieentwicklung“ und „Nutzungsforschung“. Damit untrennbar verbunden sind die aktuellen Entwicklungen im Hinblick auf die Öffnung des gesamten Wissenschaftsprozesses oder Teilen davon („Open Science“). Der forschungsorientierte Verbund baut dabei mit einem europaweit einzigartigen Zusammenschluss aus Infrastrukturdienstleistern und Forschungsinstituten aus unterschiedlichen Disziplinen ein Netzwerk jener Stakeholder aus, die entscheidend durch Science 2.0 beeinflusst sind. Das übergeordnete Ziel besteht darin, Science 2.0 als neue und transdisziplinäre Forschungsdisziplin in der wissenschaftlichen Community zu etablieren. Um dieses Ziel zu erreichen berät der Verbund in der derzeitigen Phase politische Entscheidungsträger und Forschungsförderer auf nationaler und europäischer Ebene im Hinblick auf die Gestaltung und Etablierung von Forschungsförderungsprogrammen zu Science 2.0 und Open Science sowie weiteren verwandten Themen.

Organisatorisch ist der Forschungsverbund in der Leibniz-Gemeinschaft verankert und wird derzeit von 36 Verbundpartnern unterschiedlicher Disziplinen vorangetrieben. Er besteht aus Leibniz-Einrichtungen sowie universitären und außeruniversitären Forschungseinrichtungen aus Deutschland und Österreich. Die koordinierende Einrichtung des Leibniz-Forschungsverbundes Science 2.0 ist die ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft. Bei Fragen zu Möglichkeiten der Kooperation wenden Sie sich bitte an unseren Koordinator Guido Scherp.

Science 2.0 und Open Science

Die Grenzen zwischen Science 2.0 und Open Science sind fließend, dennoch gibt es einige wichtige Unterschiede.

Science 2.0 bezieht sich auf den Einsatz partizipativer Technologien im Forschungsprozess. So kann beispielsweise eine gemeinsame Veröffentlichung mehrerer Forscher mit Hilfe eines kollaborativen Textbearbeitungsprogramms im Web unabhängig von Ort und Zeit erstellt werden, wo nur die Beteiligten darauf Zugriff haben. Die anschließende Publikation kann beispielsweise in einem Journal veröffentlicht werden, welches nicht Open Access ist. Open Science findet da nicht statt.

Open Science meint hingegen die Öffnung und Transparenz im Forschungsprozess. Dabei kann aber eine Publikation wie oben mit Word erstellt werden, die aber anschließend über ein Open Access-Journal publiziert wird. Science 2.0-Praktiken finden hier keine Anwendung.

Generell sind aber viele Science 2.0-Werkzeuge per se offen oder bieten diese Möglichkeit an, und können somit signifikant die Umsetzung von Open Science-Praktiken unterstützen. Und je offener Wissenschaft ist, desto mehr Kollaboration und Partizipation ist im Sinne von Science 2.0 möglich. Daher gibt es große Überschneidungen zwischen Science 2.0 und Open Science und der Leibniz-Forschungsverbund Science 2.0 greift das Thema Open Science entsprechend auf.

→ Eine Übersicht über die aktuellen und bereits abgeschlossenen Forschungsprojekte finden sich hier