Leibniz-Forschungsverbund Science 2.0 startet europaweite Forschungsvorhaben zur Optimierung der digitalen Wissenschaft

Über 50 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler trafen sich zum Kick-off-Workshop des Leibniz-Forschungsverbundes Science 2.0 in Hamburg – Multidisziplinärer Forschungsverbund einigt sich auf gemeinsame Forschungsprojekte zum Digital Shift in der wissenschaftlichen Praxis

Hamburg, den 25. Februar 2013: Vom 14. bis 15. Februar 2013 trafen sich die insgesamt 30 Partnerinstitutionen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zum Kick-off-Workshop des Leibniz-Forschungsverbundes Science 2.0 in Hamburg. Im Rahmen eines Projektmarktplatzes wurden an beiden Tagen insgesamt 23 Projektvorschläge der unterschiedlichen Partner diskutiert und Kooperationen vereinbart. Bis Ende März wird der Forschungsverbund eine wissenschaftliche Agenda aufsetzen, um gemeinsam Expertisen und Werkzeuge zum digitalen Wissenschaftssupport entwickeln zu können.

Dropbox, Mendeley, Facebook, XING, Research Gate, Google Drive, iCloud, Skype, Twitter, iversity, Slideshare – das sind nur einige der Anwendungen im Social Web, die auch von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern im beruflichen Alltag zunehmend genutzt werden. Aber wie verändern diese Anwendungen die täglichen Arbeitsroutinen von Wissenschaftlern? Ist langfristig ein Paradigmenwechsel zu prognostizieren? Welche Risiken entstehen durch die Nutzung dieser Werkzeuge, zum Beispiel hinsichtlich Datenschutz und Privatsphäre? Der neu ins Leben gerufene Leibniz-Forschungsverbund Science 2.0 befasst sich mit neuen Arbeitsgewohnheiten, Technologieentwicklungen und der Nutzungsforschung bezogen auf heutige und künftige Forschungs- und Publikationsprozesse in der Wissenschaft und startet nach dem Kick-off nun mit konkreten Forschungsvorhaben durch. Die ersten Forschungsergebnisse werden auf der internationalen Science 2.0-Konferenz präsentiert, die vom 26. bis 27. März 2014 in Hamburg stattfinden wird.

Organisatorisch ist der Forschungsverbund in der Leibniz-Gemeinschaft verankert und wird von Mitgliedsinstituten der Leibniz-Gemeinschaft maßgeblich vorangetrieben. Sprecher des Forschungsverbundes ist Professor Klaus Tochtermann, Direktor der ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft und Lehrstuhlinhaber für Medieninformatik an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU). Neben Professor Tochtermann stehen Prof. Dr. Marc Rittberger vom Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF), Peter Mutschke vom GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften (GESIS), Dr. Andreas Witt vom Institut für Deutsche Sprache (IDS) sowie Prof. Thomas Köhler vom Media Center der Technischen Universität Dresden dem Leitungsgremium vor.

Videopodcast zum Kick-off-Workshop hier

Science 2.0 beschreibt eine Entwicklung der Wissenschaft hin zu einer völlig veränderten und primär digitalen Partizipation, Kommunikation, Kollaboration und Diskussion in Forschungs- und Publikationsprozessen. Professor Klaus Tochtermann, Sprecher des Forschungsverbundes Science 2.0, erläutert: „Der Einsatz von sozialen Medien wird für die Unternehmenswelt seit Jahren intensiv erforscht. In der Wissenschaft sind inzwischen zwar auch soziale Medien großflächig im Einsatz, erstaunlicherweise aber ohne dass eine systematische und disziplinenübergreifende Forschung zugrunde liegt oder begleitend durchgeführt wird. Dies wird sich mit dem multidisziplinären Forschungsverbund Science 2.0 ändern. Wir suchen den Schlüssel für eine komplett innovierte Forschungs- und Publikationsunterstützung, die durch soziale Medien überhaupt erst möglich wird.”

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