Mehrwerte einer nutzerzentrierten Library 2.0

Problemstellung und Forschungsfrage

Die Entwicklung des Web 2.0  bietet neue Möglichkeiten für die Wissenschaft, insbesondere neue Partizipations-, Interaktions- und Kommunikationsweisen. Die verschiedenen Facetten dieser Entwicklung werden unter dem Schlagwort „Science 2.0“ im gleichnamigen Leibniz-Forschungsverbund thematisiert. Im Zuge von Science  2.0 haben sich Bibliotheken zu modernen Informationsinfrastruktureinrichtungen weiterentwickelt (nachfolgend als Library 2.0 bezeichnet), die ihren Nutzerinnen/Nutzern bzw. den Forschenden  neue Mehrwerte anbieten, die erst durch Web 2.0 möglich geworden sind.  Momentan sind sowohl die allgemeinen Möglichkeiten des Web 2.0 als auch die angebotenen Mehrwerte einer Library 2.0 vorwiegend technologiegetrieben, d.h. es werden die neuen technischen Möglichkeiten ausgeschöpft. Eine Untersuchung, inwieweit diese Dienste und Mehrwerte aus Nutzerperspektive bzw. von der Wissenschaftscommunity gewünscht und sinnvoll sind, ist bislang weitgehend vernachlässigt worden. Parallel dazu zeigen erste empirische Studien zur Akzeptanz von Web 2.0-Diensten in der deutschen Wissenschaftslandschaft, dass die neuen Möglichkeiten von Science 2.0 bislang nur von einer Minderheit in den wissenschaftlichen Arbeitsalltag integriert werden.

Die Forschungsfrage dieses Projektes widmet sich den Mehrwerten einer nutzerzentrierten Library 2.0. Der Focus liegt auf Library 2.0, weil moderne Informationszentren eine entscheidende Rolle bei der Verbreitung, Information und Bereitstellung von Web 2.0-Diensten für die wissenschaftliche Arbeit einnehmen.

Vorgehen zur Erreichung der einzelnen Ziele des Projektes

  • Ist-Analyse der vorhandenen Web 2.0-Angebote von modernen Informationszentren und deren Nutzung durch die Wissenschaftscommunity. (Methode: Nutzungsanalyse)
  • Bedarfsanalyse der benötigten und gewünschten Mehrwerte aus Sicht der Nutzerin/des Nutzers. Zusätzlich werden vorhandene Barrieren der Nutzung von Web 2.0-Angeboten sowie mögliche Kommunikationswege zur Verbreitung von Web 2.0-Angeboten einer Library 2.0 exploriert. (Methoden: Semi-strukturierte Interviews; Online-Umfrage basierend auf den Ergebnissen der Ist-Analyse und der semi-strukturierten Interviews sowie einem Literatur-Review bzgl. Erkenntnissen aus dem internationalen, insb. US-amerikanischen Bereich)
  • Erstellung eines Mehrwertinventars: Basierend auf den Ergebnissen der Ist-Analyse und der Bedarfsanalyse wird ein Katalog von möglichen  Mehrwerten und deren Einschätzung aus Nutzerperspektive erstellt.

Angestrebte Ergebnisse des Projekts

  • Vertiefende Kenntnisse zur Nutzung vorhandener Web 2.0-Angebote einer Library 2.0
  • Erkenntnisse zu gewünschten, benötigten und  fehlenden Mehrwerten einer Library 2.0
  • Erstellung eines Mehrwert-Inventars inklusive Priorisierung der Mehrwerte aus Nutzersicht
  • Abgeleitete Empfehlungen zur Verbesserung, Erweiterung und Fokussierung der Web-2.0-Dienste einer Library 2.0
  • Empfehlungen zur Kommunikation und Verbreitung von Mehrwerten einer Library 2.0 zur Erhöhung der Akzeptanz von Web 2.0 innerhalb der Wissenschaftscommunity

 Erste Vorarbeiten

  • Linek, S. B., Schafrick, A., & Tochtermann, K. (2013). Just for the image? The impact of Web 2.0 for public institutions. International Journal of Emerging Technologies in Learning (iJET), vol. 8, Special Issue 1: “ICL 2012”, 7-14. (http://dx.doi.org/10.3991/ijet.v8iS1.2266)
  • Masterarbeit  von Josefine Bäßler (in Kooperation mit der HAW): „Rolle von Bibliotheken in Science 2.0 – Focus Wirtschaftswissenschaften”

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